Hitzewallungen, Hormone und Hochleistung: Gynäkologin Tanja Volm über Menopause, Mythen und den Druck zu funktionieren
Shownotes
Host Nicole Althaus, Autorin und Kolumnistin der «NZZ am Sonntag», spricht mit der Gynäkologin und Gendermedizinerin Tanja Volm über die Menopause – eine Lebensphase, die Millionen Frauen betrifft und trotzdem lange ein blinder Fleck der Medizin war. Volm erklärt, warum der männliche Körper jahrzehntelang als Norm galt und weshalb Beschwerden von Frauen bis heute häufig unterschätzt werden. Sie spricht darüber, was in den Wechseljahren hormonell passiert, woher Schlafstörungen, Brain Fog, Gelenkschmerzen oder Gewichtszunahme kommen und wann eine Hormonersatztherapie sinnvoll sein kann. Ausserdem geht es um Krafttraining, Ernährung und die Frage, wie Arbeitsplätze besser mit dieser Lebensphase umgehen können. Volm erzählt auch, warum sie selbst lange versucht hat, unverändert leistungsfähig zu bleiben – und weshalb sie die Wechseljahre heute als Chance sieht, neu zu überlegen, was im eigenen Leben wirklich wichtig ist.
Gast: Tanja Volm, Gynäkologin und Expertin für Gendermedizin Host: Nicole Althaus Produktion: Andreas Wullschleger und Tanja Luchsinger, Ellie Media
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Transkript anzeigen
00:00:00: Dieser Podcast wird präsentiert von Tvernbold Reisen, ihre Nummer eins für Velofährin mit E-Bike und E-Mountainbike.
00:00:08: Die Mädchen die heute geboren werden, die werden fast neunzig Jahre alt im Schnitt.
00:00:12: Das heißt manche werden hundert oder viele werden hundert werden.
00:00:16: Das heisst sie werden die Hälfte ihres Lebens postminopausal sein.
00:00:22: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom NCZ Weekend dem wöchentlichen Podcast der NCZ am Sonntag!
00:00:29: Ich bin Nicole Althaus, Autorin und Kolumnistin des Blattes.
00:00:33: Und ich befasse mich mit den großen und kleinen Themen und Problemen die unsere Gesellschaft umtreiben.
00:00:40: Heute geht es um etwas das die Hälfte der Erdbevölkerung betrifft aber in der Forschung in der medizinischen Praxis im Büro lange ein Stiefkind war – die Menopause.
00:00:52: Auch wenn man die Schweiz betrachtet müsste man sie als Menopausal bezeichnen.
00:00:56: Die geburtenstärksten Jahrgänge der heute, fünfundvierzig bis achtundfünfzigjährigen Frauen nämlich stecken darin.
00:01:03: Das sind über eine Million!
00:01:06: Doch gäbe es einen Wettbewerb für die miserabelste PR-Kampagne – die Menopause würde ihn garantiert gewinnen?
00:01:13: Kein Wunder!
00:01:14: Die Liste an Prominenz, welche Frauen in den Wechseljahren schlechtredet ist lang.
00:01:19: Für Sigmund Freud etwa war die Frau jenseits der Fruchtbarkeit streitzüchtig herrisch und lästig.
00:01:26: Für Robert Wilson, den Erfinder der Hormonersatztherapie war sie ein Kastrat.
00:01:32: Den man sexuell gefügiger und angenehmer für die Männer machen
00:01:35: musste.
00:01:37: Generationen von Frauen haben in der Folge diese Lebensphase tabuisiert ihre Beschwerden verschwiegen auf die Zähne gebissen und gewartet bis es vorbei ist.
00:01:48: Und so kommt es dass viele Menschen gerade mal wissen das es Hitzeballungen Mönchspecherbe gibt, dass die Menopause unserer Gehirn umbaut wie eins die Pubertät.
00:01:58: Denn Stoffwechsel – die Muskeln und die Psyche ist vielen nicht bekannt!
00:02:02: Es herrscht noch immer ein großes Informations- und vielleicht auch ein Forschungsdefizit.
00:02:07: Heute wollen wir einige Lücken schließen.
00:02:10: Mythen entlarven rundum Hormone Ernährung und
00:02:13: Alterung.
00:02:14: Wir reden Tachles und darin ist mein Gast ein absoluter Profi.
00:02:18: Zania Wollm ist Gynäkologin.
00:02:21: Sie unterrichtet an den Universitäten Zürich und Luzern-Chendermedizin ein Modul, das sie mit aufgebaut hat.
00:02:28: Nach Jahren an der Universitätsklinik leitet sich heute ein Unternehmen welches Gesundheitseinrichtungen im Dachraum berät.
00:02:35: Tanja Wollm herzlich willkommen bei NZZ Weekend!
00:02:39: Hallo Frau Althaus ich freue mich dass ich hier bin.
00:02:46: Bevor wir aufräumen, klarstellen und Ihnen am Schluss einen konkreten Medizinkoffer mit auf den Weg geben fangen wir doch jetzt mit etwas ganz Positiven an.
00:02:55: Gibt es etwas Frau Wollm das Sie an den Wechseljahren persönlich oder als Ärztin schätzen?
00:03:01: Dass sie wirklich mit etwas Positifen verbinden?
00:03:04: Oh ja ich hatte jetzt das Glück dass sich gar nicht so negativ beeinträchtigt wurde durch die Wechsel Jahre dachte ich, weil ich auch wie viele andere eigentlich gar nicht gemerkt habe als das losging und wie viele Andere wahrscheinlich auch ziemlich überrascht war von dem was alles Wechseljahre sein können.
00:03:24: Und wenn ich jetzt heute bin Ich bin ich achtundfünfzig und kann wirklich sagen ich hab jetzt diese Zeit wahrscheinlich hinter mir Kann ich sagen Was wirklich gut ist dass man die Sichtweise verändert aufs Leben?
00:03:37: Und ich glaube ich bin heute ehrlicher und freier, auch kompromissloser als ich früher war.
00:03:44: Und dieses Zitat von vorher, von dem Herr an der Sackte, jetzt werden die Frauen lästig?
00:03:49: Ja das hat was.
00:03:52: Ich denke sich hinzustellen zu sagen ja ich kann für mich einstehen und ich kann sagen was mir wichtig ist und dass ich in den nächsten Jahren meines Lebens tun will... Das ist ein echter Gewinn dieser Zeit!
00:04:06: Genau.
00:04:06: Man kann das natürlich als lästig interpretieren, wie das Freude getan hat, weil man dann nicht mehr so gefügig ist, wie viele das gerne hätten oder eben als Gewinn.
00:04:15: Weil man genau das nicht mehr macht, weil die Kompromisse vielleicht nicht mehr eingeht, die man vorher eingegangen ist.
00:04:21: Mich würde interessieren ... Sie haben das Modul Gender Medizin aufgebaut?
00:04:26: Das ist heute ja in vieler Munde.
00:04:29: also langsam hat man begriffen dass die Medizin die Menschen lange aus Kleine Männchen angeschaut hat.
00:04:37: Aber wie sieht sie denn selber überhaupt auf die Gendermedizin gekommen?
00:04:41: Ja, das ist ja ... Wie immer im Leben wenn man von hinten drauf schaut sehen Lebensläufe oft ganz logisch aus und wenn man aber selber von vorne darauf schaut es ist ja oft wie immer im leben es ist chaotisch Man wird überrannt von Dingen man weiß nicht so wirklich was der nächste Schritt ist.
00:04:58: und so ist Es mir da auch gegangen.
00:05:00: ich hatte schon ein Projekt an der Universität Luzern und ich saß da zusammen mit Partementsmanagerin für Medizin.
00:05:09: Und dann sagte sie, du Tanja, da gibt es so eine Möglichkeit Geld zu bekommen für die Entwicklung von Gendermedizin.
00:05:18: Aber irgendwie die Deadline ist schon morgen und wir haben den Antrag nicht geschrieben.
00:05:22: hättest du nicht Lust?
00:05:24: Ich habe gesagt, ich weiß zwar nicht was Gendermedizinen sind aber ich mache das!
00:05:29: Das liegt mir so im Naturall.
00:05:30: Ich sag halt öfter Ja als Nein, und dann hab ich mich zu Hause hingesetzt, hab mal im Internet geschaut was Gendermedizin ist und hab diesen Antrag geschrieben.
00:05:38: Und dann ist wirklich etwas Interessantes passiert.
00:05:41: es wurde bewilligt diese diese Finanzen für die Entwicklung und dann war ich im Lied
00:05:46: ... Dann ist das von dir hängen geblieben?
00:05:47: ja
00:05:49: und dann habe ich mich da auch wirklich reingekniet und hat mich das in einer Weise fasziniert dass ich wirklich eine Weile auch nichts anderes mehr gemacht habe.
00:05:56: Es hat mich so interessiert und ich hab selber so viel gelernt, war so überrascht was ich als Gynäkologin noch gar nicht wusste.
00:06:04: Und irgendwie habe ich mich auch ein bisschen gewundert warum ich das eigentlich alles gar nicht wusste.
00:06:09: In der Öffentlichkeit sind so ein paar Sachen bekannt oder?
00:06:12: Ich glaube mittlerweile wissen viele Menschen das zum Beispiel Herbstinfarkte sich bei Frauen total anders äußern also die Symptome anders sind als beim Männern und man sie deshalb oft verkannt hat.
00:06:22: kannst du Unseren Zuhörerinnen und Zuhören vielleicht ein bisschen erklären, was es sonst noch alles in diesem Bereich ist.
00:06:28: Also wo man sonst noch irgendwie große Unterschiede hat und große Forschungsdefizite bei Frauen?
00:06:35: Ich glaube, was wir lange einfach nicht gesehen haben, dass Frauen und Männer sich biologisch aber eben auch in den sozialen Umständen viel mehr unterscheiden als wir das dachten.
00:06:47: Ich komme aus so einer Zeit, da war Gleichberechtigung ein echtes Thema.
00:06:51: Und Gleichberechigungen hieß damals gleich.
00:06:54: Das heißt Männer und Frauen sollten gleich sein.
00:06:57: Für mich war es auch ein großer Schritt zu akzeptieren dass Gleichbehandlung nicht heißt das man gleich ist.
00:07:04: in der Medizin hat man lange gesagt ja Ein vierzigjähriger weißer Mann, das ist unsere Norm und an dem wird untersucht.
00:07:13: An den wird geforscht.
00:07:14: zu sahen unsere Modelle aus so haben wir gedacht Und man muss sich nur überlegen dass selbst die Pille in den frühen Studien an Männern untersucht wurde.
00:07:24: Also Männer waren ja der im Begriff der Normalität und dann plötzlich sich hinzustellen zu sagen stopp Frauen funktionieren ja eigentlich völlig anders.
00:07:34: Sie sind biologisch anders, sie sind aber auch in ihrem Verhalten und der sozialen Wahrnehmung anders.
00:07:40: Das ist ein Schritt den haben wir halt erst vor, weiß jetzt nicht waren.
00:07:44: das hat sich so über die letzten zehn bis zwanzig Jahre wohl ganz langsam entwickelt.
00:07:48: Und heute muss ich sagen immer noch selbst verwundert, eigentlich ist gar nichts gleich.
00:07:54: Also Männer und Frauen unterscheiden sich schon ganz erheblich Und das hat natürlich die Ursachen darin dass sie unterschiedliche Kromosomen haben Dass sie unterschiedlicher Hormone haben, dass sie ganz anders aufwachsen... ...und der Herzinfarkt ja das weiß man jetzt und es liegt nicht daran Sie anders behandelt, das tut man auch.
00:08:12: Es liegt schon daran, dass sie ... Das Herz ist schon anders bei Männern und bei Frauen.
00:08:16: Also ist der Herzinfarkt schon auch ein anderer beim Männern oder bei Frauen?
00:08:21: Man muss aber sagen, dass selbst wenn Männer Symptome haben wie Frauen sie üblicherweise haben werden sie trotzdem noch behandelt eher wie Männer nicht wie Frauen.
00:08:31: also wir haben Unterschiede in der gesamten Linie von krankwerden bis wieder gesund werden.
00:08:37: Und außerdem herzlichen Fakt ist ganz häufig, wo es wirklich große Unterschiede gibt in Infektionskrankheiten aber auch die Autoimmunerkrankungen.
00:08:45: Zum Beispiel Mutiblisklerose oder andere Erkrankungen, wo das Immunsystem eine Rolle spielt.
00:08:52: Auch ganz häufig so was wir psychische Erkrankungen nennen also eher Gehirn-Erkrankung wie Depressionen oder auch das ADS bei den jungen Menschen, dann natürlich die Krebserkrankungen.
00:09:03: Die Herzkreisel auf Erkrankungen... Also
00:09:05: die Liste ist
00:09:06: endommerlich?
00:09:08: Also ich habe das schon von einigen Frauen gehört und auch schon selbst erfahren dass man als Frau in einer Praxis manchmal denkt
00:09:18: der Arzt
00:09:18: oder die Ärztin beide nehmen mich gar nicht so ernst.
00:09:23: Ist das eine subjektive Erfahrung oder ist es etwas, was man irgendwie auch untersucht hat in der Gendermedizin?
00:09:29: Ja.
00:09:30: Es ist eine subjetive Erfahrung und die stimmt.
00:09:33: Also nur weil sie subjektiv ist, ist es ja nicht falsch.
00:09:35: Und es gibt Studien dazu – auch sehr belastbare Studien, die sagen «ja, das ist so».
00:09:41: Und zwar spielt gar nicht so sehr eine Rolle ob das eine Ärztin oder ein Arzt ist.
00:09:46: Also beide Geschlechter behandeln Frauen anders als Männer,
00:09:51: d.h.,
00:09:51: sie nehmen Beschwerden von Frauen weniger ernst.
00:09:55: Die Frage ist, also wir wissen das es so ist?
00:09:58: Warum ist das so?
00:10:00: Und da ... Es ist viel schwieriger sowas zu untersuchen.
00:10:04: die Frage warum.
00:10:06: Deswegen muss ich jetzt ein bisschen spekulieren.
00:10:08: was denke ich warum das so ist?
00:10:10: Das eine ist Frauen kommen oft mit unspezifischeren Symptomen.
00:10:15: Sie sind einerseits gewohnt darüber zu sprechen.
00:10:18: Also ne Frau sagt leichter mal Ich fühl mich müde Irgendwie nicht so leistungsfähig.
00:10:23: Im Mann kommt das viel schwerer über die Lippen, weil es an seinem Ego kratzt.
00:10:28: Er würde vielleicht eher sagen, ach, das ist nur kurz mal ... Eigentlich geht's mir super.
00:10:33: Entsprechend reagiert das ärztliche Personal darauf?
00:10:36: Dann ist es aber auch so, dass Frauen tatsächlich die Symptome anders erleben.
00:10:42: Zum Beispiel Schmerzen erleben und drücken das auch anders aus.
00:10:46: Frauen anders als Männer.
00:10:48: Also Frauen ... sprechen über Schmerzen häufiger emotional, während Männer överschmerzen oft rational sprechen.
00:10:57: Das liegt auch daran dass sie es tatsächlich anders erleben.
00:11:01: Bei Frauen sind Schmerzen häufiger mit Emotionen verbunden im Hirn.
00:11:06: Das ist Biologie, das ist jetzt nicht unbedingt nur sozial und bei Männern sind sie in anderen Bereichen des Hirns verbunden die mehr mit Kognition zu tun haben.
00:11:18: Das heißt Frauen können von Schmerz emotional überrascht werden und das ist vielleicht auch der Grund warum Frauen eher weinen, wenn sie Schmerzen haben.
00:11:28: Das ist nicht weil Sie Wehleidiger sind sondern einfach, weil in Ihrem Hirn andere Bereiche aktiviert werden und zwar mehr emotionale Bereiche.
00:11:36: Und auf der anderen Seite sitzt ein Arzt oder eine Ärztin, der natürlich lieber hat, wenn einer sagt also mir tut mein Knie weh, weil ich mich verletzt habe und ich möchte jetzt, dass sie mir dagegen was geben und dann gehe ich wieder.
00:11:49: Das es angenehmer und leichter als jemand, der das sitzt.
00:11:54: Das ist viel leichter als wenn da jemand sitzt, der sagt, ich fühle mich dem überhaupt nicht gewachsen.
00:11:58: Wenn ich immer mit so Schmerzen aufwache und es ist klar, man hört schon das ist mühsamer.
00:12:05: Und ich sag zu meinen Studenten oft jetzt stellt euch vor ihr seid die Ärztin Wie würdet ihr reagieren?
00:12:10: Welchen Patienten oder welche Patientin hättet ihr lieber?
00:12:14: und alle sagen ja das wollen wir zwar gar nicht sagen aber eigentlich finden wir diese eher männliche Art Einfacher, ja?
00:12:21: Und das ist der Grund vielleicht warum auf Frauen in der Praxis von vornherein schon anders reagiert wird.
00:12:26: Plus dazu kommt dass Frauen tatsächlich Erkrankungen haben über die wir nicht ganz so viel wissen weil sie auch nicht ganz gut untersucht sind.
00:12:34: Schmerzen bei der Periode ist ein typisches Beispiel.
00:12:37: Das bringt viele Ärzte macht es unsicher Weil Sie darüber so wenig wissen.
00:12:43: Und dann kommt es bei der Periode ja vielleicht tatsächlich, kommt das Soziale noch rein.
00:12:47: Nämlich das heißt dann einfach hey!
00:12:49: Das kommt halt einmal im Monat.
00:12:51: damit haben Generationen von Frauen seit Urbeginn gelebt.
00:12:55: dass ist gar nicht so tragisch oder?
00:12:59: Im Moment habe ich ganz viele Studentinnen die sich diesem Thema annehmen in ihren Bachelor- oder Masterarbeiten und die Ergebnisse sind wirklich spannend.
00:13:08: Es gibt wirklich in der Gesellschaft, Ärzte gehören auch zur Gesellschaft und wir selber auch.
00:13:14: Gibt es solche Mythen an denen wir festhalten?
00:13:18: Und eines dieser Mythen ist dass wir sagen ja Schmerzen gehört eben zum Leben einer jungen Frau dazu sobald sie anfängt zu bluten.
00:13:27: Rein biologisch ist das Unsinn!
00:13:29: Es gibt wenig Gründe dafür dass Frauen Schmerze haben sollten bei der Periode.
00:13:34: Es ist normal dass man einen Ziehen spürt oder vielleicht minimale Schmerzen, aber die sollten wirklich nicht so sein dass sie den Tagesablauf beeinträchtigen.
00:13:43: Man sollte kein Schmerzmediker nehmen müssen oder?
00:13:47: Nein
00:13:47: das ist nicht normal.
00:13:49: also dafür gibt es biologisch gar keinen Grund.
00:13:51: Das ist ein wirklich soziales Konstrukt.
00:13:54: so nennen wir das ja.
00:13:55: ich würde sagen ein Mythos, dass man sagt das ist normal und dann kann es sein Die Mutter hatte schon das und sagt, weißt du?
00:14:02: Das war bei mir so.
00:14:03: Bei meiner Schwester so.
00:14:04: Da musst du ... Das ist halt so.
00:14:06: Damit musst du leben.
00:14:06: Mit
00:14:07: fünfzig ist dann vorbei oder mit fünfundfünfzig.
00:14:10: Genau wenn du in die Wechseljahre kommst.
00:14:12: Und dann wachsen die jungen Frauen auf und denken das normal.
00:14:15: Und am Schluss ist es eben nicht normal.
00:14:18: D.h.,
00:14:18: es werden Krankheiten übersehen, die dahinterstecken können...
00:14:22: Was wären welche?
00:14:23: Endometriose wahrscheinlich,
00:14:25: oder?
00:14:25: Etwa
00:14:26: andere.
00:14:27: Ja, es gibt einfach Blutungsstörungen die nicht normal sind.
00:14:30: Also die man so nicht hinnehmen muss und die zum Beispiel durch den starken Blutverlust und die Krämpfe, die man dabei hat Schmerzen machen.
00:14:38: Das können Hormonen- Störungen sein oder ... Es kann auch mal Stress sein, es können verschiedene Dinge sein.
00:14:44: Die Endometriose ist das was wir am meisten fürchten weil eine unentdeckte Endometrioase zur Unfruchtbarkeit führen kann und später dann den Frauen Sorgen macht oder Probleme macht.
00:14:57: Und es ist auch nicht gut, wenn eine junge Frau lernt, dass man Schmerzen aushalten muss.
00:15:02: Ja das hat Konsequenzen für ganz viele Bereiche ihres Lebens, dass sie sich insuffizient fühlt, wie das Gefühl hat, sie kann sich über sich selbst bestimmen und sich nicht selbst regulieren.
00:15:14: Sie ist abhängig von irgendetwas was davon außen auf sie zukommt.
00:15:20: Ja, ich finde das extrem schade und ich merke dass unsere jungen Frauen die jetzt so zwanzig sind nicht mehr bereit sind das hinzunehmen.
00:15:29: Die ändern was?
00:15:30: Und auch in der Ausbildung ändert sich was
00:15:33: ja.
00:15:33: Ich würde sagen ja wobei man immer sehen muss wie lange dauert es um Prozessen.
00:15:40: bis man mal Gynäkologin oder auch Hausärztin ist, ist man in der Regel fünfunddreißig.
00:15:46: Manche sind vielleicht schon ein bisschen älter dann hat man schon einen Teil vom Leben wieder hinter sich.
00:15:51: Bis man soweit ist, dass man unterrichtet, ist man vielleicht schon fünftig und kommt schon wieder aus einer ganz anderen Generation.
00:15:59: Und ich denke es ist ganz wichtig, dass wir das nicht den Ärzten überlassen sondern dass wir versuchen, dass die Gesellschaft als Ganzes das Thema aufnimmt.
00:16:08: Weil dann haben die jungen Frauen eine Chance.
00:16:11: Jetzt würde man sich ja denken so als Laie Die Gynäkologie ist eine Frau, das ist die Frauenmedizin.
00:16:18: In einer Frauenmedizin kann es doch nicht sein dass man da auch noch gender Medizin braucht.
00:16:24: Was würdest du da darauf antworten?
00:16:27: Also ich liebe meine Fach sehr und war immer gerne Gynädikologin und habe ja lange in der Klinik gearbeitet.
00:16:35: aber das ist doch ein eher... konservatives Fach, zumindest früher gewesen.
00:16:40: Ich war die erste Oberärztin bei uns am Spital also es gab nur Männer.
00:16:44: das hat sich heute Gott sei Dank sehr stark geändert und Das war nicht unbedingt ein frauenfreundliches fach.
00:16:52: Nicht mal dass Es war auch kein fach wo es wirklich darum ging zu überlegen Behandeln wir die frauen fair machen wir das richtige sondern es war medizin.
00:17:02: Und sagen wir mal die Patienten waren halt frauen.
00:17:06: Und es ging hauptsächlich um die Fruchtbarkeit?
00:17:08: Es geht stark um die Furchtbarkeit.
00:17:10: Es ging um Krebs, es ging um Dinge, die strukturell sind.
00:17:14: Ja.
00:17:15: Es war nie so stark im Vordergrund.
00:17:17: das, was wir ... Das normale physiologische Betrachten.
00:17:22: Ich hab in meiner ganzen Klinikzeit nichts gelernt über Periode und Zyklusschwankungen, über Wechseljahre.
00:17:28: Das war kein
00:17:28: Thema.
00:17:28: Ist unglaublich oder?
00:17:29: Ja, das hat uns... Und auch die Schwangerschaft war nur ... Da interessant, wo sie eben nicht normal war.
00:17:35: Wo sie pathologisch wurde.
00:17:37: Das hat seinen Grund vielleicht auch ein bisschen darin.
00:17:40: Ich finde das gar nicht nur schlecht Es hat seinen grund auch ein bischen darin dass natürlich Die pubertät die schwangerschaft die geburt die wechseljahre das ist ja nichts krankhaftes Sondern das sind ja gesunde mechanismen im lebender frau Und die Medizin soll sich ja primär mit dem Krankhaften beschäftigen.
00:18:00: Aber muss man sich nicht auch mit den gesunden Mechanismen auskennen, damit man eben eine Krankheit wirklich erkennt?
00:18:06: Ja das wäre dann ein guter Voraussetzung!
00:18:09: Das ist eine absolut wichtige Vorausetzung und ich weiß dass es uns hier in der Schweiz aber auch in anderen Ländern ganz sehr wirklich an Ärzten und Ärztinnenmangel, die das als Thema haben weil eben nur weil normal ist und dazugehört heißt es ja nicht, dass es keine Probleme gibt.
00:18:28: Ja wir haben alle eigentlich einen gesunden Körper und trotzdem passiert immer irgendwas wo wir vielleicht Hilfe brauchen Unterstützung brauchen.
00:18:36: was ich damit nur sagen will ist das auch das.
00:18:38: wir sollten es nicht den Ärztinnen und Ärzten überlassen.
00:18:42: für mich ist das eine gesellschaftliche Aufgabe ja zu sagen Wir müssen akzeptieren lernen dass Frauen anders funktionieren als Männer und dass sie nicht immer gleich funktionieren.
00:18:52: Und das ist eine Forderung, dass man immer gleich tickt und gleich funktioniert – immer auf dem gleichen Niveau -, dass es einfach nicht richtig ist.
00:19:00: Und dass die auch dieses Anders-Funktionieren in der Gesellschaft einfach Platz haben muss?
00:19:05: Ja!
00:19:06: Das ist was Schönes.
00:19:08: Genau.
00:19:09: Also wenn man dir jetzt so zuhört dann ... hat man ja schon fast eine Erklärung, weshalb die Menopause so lange tabuisiert wurde.
00:19:16: Also erstens mal wurde es in der Ausbildung nicht berücksichtigt.
00:19:18: Zweitens hat das mit Veränderungen zu tun, die vielleicht irgendwie Schmerzen unwohl sein für Ursachen, die dann irgendwie in der Praxis auch nicht ganz ernst genommen wurden.
00:19:28: Drittens haben ja auch die Mütter und die Großmütter nicht darüber geredet.
00:19:33: also wusste man, wurde man wahrscheinlich noch überrascht?
00:19:37: Also mir ging es auch ein bisschen so, plötzlich ändert sich was und am Anfang habe ich überhaupt keine Ahnung gehabt, was das jetzt ist.
00:19:43: Und dann hört man halt irgendwann mal ja sie sind in der Perimero-Menopause also am Beginn und dann dachte ich Ja jetzt muss ich da durch und ich wusste eigentlich praktisch überhaupt nichts.
00:19:53: Ich wusste es gibt irgendwann mal Hitzewallungen weil meine Mutter das auch hatte.
00:19:57: aber können Sie vielleicht uns ein bisschen sagen Was denn eigentlich in dieser Menopause ganz genau passiert?
00:20:06: Ich glaube, wir kommen alle irgendwie so.
00:20:08: Wenn wir mal um die dreißig sind und an die Wechseljahre denken, denken wir ja mit fünfzig hört dann die Periode auf und dann werde ich älter.
00:20:17: Schön!
00:20:18: Also manche sagen Gott sei Dank.
00:20:21: Manche
00:20:21: sagen schade weil dann bin ich vielleicht nicht mehr so weiblich.
00:20:24: also jeder hat ja seine unterschiedlichen Sichtweisen darauf und trotzdem haben wir immer so das Gefühl, dass es ein punktuelles Ereignis mit fünfzig.
00:20:34: Und dann wird darüber diskutiert ist es zweiundfünfzig oder auch?
00:20:36: das ist völlig egal.
00:20:38: in Wirklichkeit geht das Ganze nämlich schon mit fünfunddreißig los und Das ist vielen gar nicht bewusst das nämlich langsam.
00:20:45: also wir kommen ja mit einer bestimmten zahl an eizellen auf die welt wenn wir ein baby sind ein Mädchen Baby Und im Laufe der Zeit wird dann pro Monat eben ein Ei verbraucht, manchmal auch mehrere.
00:20:59: Und dann sind sie irgendwann aufgebraucht und mit fünfunddreißig fängt das an dass sie nur noch sehr sperrlich da sind.
00:21:07: Das heißt es kommt nicht mehr jeden Monat zum Eisprung.
00:21:10: Wenn es keinen Eissprung gibt, dann gibt es kein Gelbkörper und dieses Gelb-Körperhormon, das da gebildet wird heisst Progesterone.
00:21:18: Das heißt, der Progesteronspiegel singt langsam ab.
00:21:21: Und
00:21:22: das Gelbkörperhormon bereitet eigentlich die Gebärmutter auf eine schwere Natur?
00:21:26: Ganz genau!
00:21:27: Das tut er.
00:21:28: Das ist dann in dem Fall nicht mehr da.
00:21:31: D. h., unsere andere wichtigste Hormone ist noch ganz normal.
00:21:37: Aber dieses Gelb-Körperhomon wird weniger.
00:21:40: Und das gibt das erste Missverhältnis.
00:21:42: und was macht es?
00:21:42: Das macht, dass man sich aufgedunzen fühlt.
00:21:45: Dass man plötzlich dicke Finger hat, dicke Beine ... Dass man sich nicht mehr so leistungsfähig fühlt ohne weiß warum.
00:21:52: Dass auch mal schlechte Laune hat und aus der Haut fährt und ich weiß, warum.
00:21:57: Obwohl man keine Mensch hat!
00:21:58: Ja?
00:22:00: Es ist einfach so, dass jemand denkt, irgendwas ist doch ... Ich bin nicht.
00:22:03: Irgendwas ist komisch.
00:22:05: Dann fängt man an sich besser zu ernähren.
00:22:06: also die meisten Frauen finden dann irgendwie ja so Wechseljahre können das nie im Leben sein.
00:22:11: Ich bin schon ein Kind.
00:22:16: Mit Mittevierzig beginnt dann auch der Oestrogenspiegel, also das Brogasteron geht immer weiter runter.
00:22:22: aber auch der oestrogenen Spiegel wird dann niedriger weil dann langsam gar keine Eizellen mehr da sind.
00:22:27: Das Gehirn sagt dann okay brauchst nicht mehr so viel Oestrogen Und dann geht dieser Spiegel auch runter.
00:22:34: Dann fängt das an, was man so üblicherweise kennt, schwere Schlafstörungen, Hitzewallungen ... Das ist so.
00:22:40: das, worüber man spricht oder was man in der Öffentlichkeit sieht, dass da Frauen mit dem Fächer sitzen und sich
00:22:45: Luft zu hoch ... Hochrot werden von einer Sekunde auf die andere, es ist
00:22:49: wirklich unangenehm
00:22:50: bis zum Geht nicht mehr.
00:22:51: Ja,
00:22:54: und das ist ja nur ein ganz kleiner Teil der Symptome.
00:22:57: Woher?
00:22:58: Also woher kommen eigentlich die Schlafstörungen genau?
00:23:00: Was passiert da?
00:23:02: Diese Hormone sind ... Wir denken immer, das sind ja nur Hormonen.
00:23:05: Also Hormon ist das was unseren Körper so unglaublich beeinflusst.
00:23:11: Denken wir an Scorchison oder ins Insulin- oder in Schildtrüsenhormone.
00:23:16: Wenn irgendwas in diesen Hormonnen nur ganz diskret in Unordnung ist, ist unser Leben anders als vorher.
00:23:23: Also östrogene oder östrogenen Rezeptoren, das heißt diese kleinen Eiweiße die wir überall in unserem Körper haben.
00:23:31: Die auf Östrogener reagieren haben wir überall im Körper auch im Gehirn im Auge überall.
00:23:37: Und das Brogasteron, vor allem brauchen wir umschlafen zu können.
00:23:41: Das ist eng verquickt mit anderen Hormonen die daran beteiligt sind und wenn es sinkt dann kann man einfach nicht mehr gut schlafen.
00:23:48: Wenn das Oestrogen sinkt geht auf der Cortison-Spiegel hoch, dann wacht man nachts plötzlich auf und ist aufgeregt und weiß gar nicht warum weil man ja müde ist?
00:23:56: Das liegt meistens am Cortisonspiegel.
00:23:59: Durch diesen Oestrogen und Progesteronmangel sind auch andere Hormone in plötzlichen Unruhe Und das führt dazu, dass man nicht mehr schlafen kann.
00:24:06: Und Schlafentzug?
00:24:08: Das weiß man ja!
00:24:09: Das ist eine Folter.
00:24:10: Das wird auch aus Foltern.
00:24:12: Das ist wirklich Folter... Also das ist eigentlich dann
00:24:15: auch logisch, dass ... Weil wenn man zu Hause noch kleine Kinder hat, Vollzeit im Beruf oder sonstige Verpflichtungen hat.
00:24:22: Und wie geht es dann weiter?
00:24:23: Ja
00:24:23: und irgendwann, wenn die Hormone wirklich niedrig genug sind, hört die Periode auf.
00:24:28: Das nennt man die Menopause.
00:24:32: Ist man ein Jahr später in der sogenannten Post-Minupause, was nicht heißt dass die Symptome weg sind.
00:24:37: Dann kommt das, was ich persönlich östrogen Mangel nenne.
00:24:41: dann fangen die Knochen an zu leiden, dann fängt das Gehirn an zu Leiden.
00:24:46: Dann fängt ja Beckenboden an zu LEIDEN.
00:24:48: Dann ändert sich die Fettverteilung und das dauert dann nochmal schon.
00:24:53: auch das kann bis zu zehn Jahre noch mal dauern bis das dann alles wirklich Ruhig ist.
00:24:57: Und mit ruhig meine ich nicht, dass es dann alles wieder ist wie vorher, sondern das es wieder ... Nicht mehr so hin und her geht.
00:25:04: Sondern jetzt
00:25:04: alles wie nachher oder ein neues Gleichgebicht sozusagen?
00:25:08: Dann hat sich das genau wieder.
00:25:10: Das ist eine
00:25:10: wahnsinnig lange Zeit, oder?
00:25:12: Und ich glaube da ist wirklich den meisten... Mir war das überhaupt nicht bewusst, dass das so eine lange Zeit ist auf die ich mich da einstellen muss.
00:25:21: Ich glaube das ist auch wahrscheinlich ganz vielen nicht bewusst.
00:25:23: Da kommt ja irgendwie auch noch dieser Natürlichkeitsmythos dazu, der sich durch eine ganze Frauenbiografie zieht.
00:25:31: Das fängt mit den Menschen an... Ja das ist was natürliches, da muss man durch.
00:25:36: Geht bei der Geburt weiter.
00:25:38: Eine natürliche Geburt ist das allerbeste, da muss man durchstimmen.
00:25:43: Natürlich, dass es das Allerbeste ... Ist es ja auch.
00:25:46: aber selbst wenn man total Komplikationen hat, dann muss man doch.
00:25:50: und bei der Menopause ist es genau gleich oder?
00:25:52: Da muss man einfach durch.
00:25:53: Mönchspechferum vielleicht ein bisschen Johannes Bergkraut, das ist das Höchste!
00:25:57: Das ist ja ein ganz spannendes Thema und es wäre wirklich zu kurz gegriffen zu sagen, dass in einem Gesellschaftsbild das die Männer erfunden haben Frauen haben das genauso oder hatten es genau so und ich glaube, dass ändert sich langsam wirklich.
00:26:12: Aber wir haben ganz viele Ideen über das Leben einer Frau die wenn nicht wirklich erklären können und die zum Teil auch auf falschen Annahmen beruhen.
00:26:23: Ich mache mal ein Beispiel zur Periode.
00:26:25: Ganz viele junge Frauen sagen Die Periose muss jeden Monat kommen.
00:26:30: Das ist normal.
00:26:31: Und wenn ich zum Beispiel die Unterdrücke, indem ich jetzt ein Verhütungsmittel nehme, dass die Blutung unterdrückt.
00:26:38: Dann ist das nicht natürlich.
00:26:40: Wenn man jetzt überlegt wie das früher war hatten Frauen gar nicht so vier Perioden.
00:26:45: Die haben erstens durch die schlechtere Ernährung sie später bekommen.
00:26:49: dann wurden Sie sehr schnell das erste Mal schwanger und am Anfang der Stillzeit bleibt die Blutation weg Man fertig mit Stillen war, war wieder empfängnisbereit.
00:27:00: Dann kam das nächste Kind und hatte man keine Periode.
00:27:04: Es war überhaupt nicht so üblich, dass man häufig die Periote hatte.
00:27:09: Das führt dazu, dass wir heute junge Frauen haben, die viel bluten, weil sie wenig Kinder bekommen und gesund sind und dadurch einen Eisenmangel bekommen.
00:27:18: Aber fest an dieser Idee festhalten, es ist natürlich immer regelmäßig zu bluten.
00:27:25: Ich denke, das ist nicht so ... Es ist völlig in Ordnung auch, zum Beispiel wenn jemand verhüten möchte oder so das so zu machen dass man nicht dauernd blutet.
00:27:34: Wenn man das jetzt zum Beispiel aufgrund von Sport oder anderen Dingen nicht möchte.
00:27:38: Aber es ist immer noch ein starker Mythos, dass man sagt das kannst du doch nicht machen?
00:27:42: Das ist nicht natürlich!
00:27:43: Also natürlich ist es nicht jeden Monat zu bluten und genauso ist es direkt zwei Stunden nach der Geburt zu sein, sondern es ist auch natürlich erschöpft zu sein.
00:27:57: Traurig sich erst mal gewöhnen zu müssen vielleicht auch durch eine harte Phase zu gehen wird aber nicht so toleriert von der Gesellschaft.
00:28:05: das Bild is Glück und das gleiche gilt jetzt für die Wechseljahre.
00:28:10: darüber spricht man nicht.
00:28:12: Frauen werden sagen ich werde ja wie unsichtbar mich sieht sowieso keiner mehr.
00:28:17: das heißt wir reduzieren Frauen In der gesellschaftlichen Sicht auf, sie ist dann mehr wert wenn sie Kinder bekommen kann in dieser Zeit.
00:28:26: Dann ist sie sexy und weiblich, lustig und angenehm einfach leistungsfähig.
00:28:36: Und dann wird sie mit einem Schlag.
00:28:37: Sie sind fünfzig und das alles nicht mehr.
00:28:40: Das kommt natürlich aus einer Zeit wo tatsächlich viele Frauen ja gar nicht so alt wurden.
00:28:46: Die Zeit nach den Wechseljahren war nicht lange Und man war dann tatsächlich auch schon alt.
00:28:53: Man wusste auch nicht so viel wie heute, man war wirklich auch schon old hinfälliger mehr und diese Verbindung mit der postminopasalen Frau ist gleich die alte Frau.
00:29:03: das hat sich halt über doch Jahrzehnte eingekraben und es ist dringend zu Trinknot dass wir davon wieder wegkommen weil das sind nur Mythen das entspricht nicht der Realität mehr
00:29:15: überhaupt nicht.
00:29:16: also man kann eigentlich sagen dass in der heutigen Zeit wo die Frauen weniger Kinder bekommen, menstruieren sie eigentlich viel öfter aus vorn und haben deshalb Probleme jetzt zum Beispiel mit dem Eisnern.
00:29:29: Und Sie sind viel länger einem Östrogenemangel ausgesetzt und kriegen dann auch Probleme damit?
00:29:36: Ja also man kann sich ja fragen warum macht die Natur denn sowas?
00:29:40: aber das ist jetzt fast schon eine philosophische Frage.
00:29:44: Es gibt zum Beispiel im Tierreich gar nicht so viel Tierarten, wo es auch eine postmenopausale Zeit gibt.
00:29:51: Es gibt aber welche und das ist z.B.
00:29:54: bei Affen.
00:29:55: Und das ist vor allem bei den Gruppen in dem Tierreich die starke soziale Verpflichtungen haben.
00:30:02: Das heißt man könnte das so erklären dass man sagt die Gesellschaft braucht eigentlich diese post- menopausalen Frauen.
00:30:09: Also die nicht mehr schwanger werden können?
00:30:11: Aber vielleicht noch soziale Aufgaben
00:30:14: die sich Kraft haben, auch für andere Dinge.
00:30:16: Weil sie sich nicht nur um die eigenen Kinder sorgen müssen.
00:30:22: Was Sie angesprochen haben ist ein wichtiger Punkt dieser östrogenen Malphase.
00:30:30: Die Mädchen, die heute geboren werden, werden fast neunzig Jahre alt im Schnitt.
00:30:34: Das heißt manche werden hundert oder viele werden hundert werden.
00:30:38: Das heisst, die werden die Hälfte ihres Lebens postmenopausal sein.
00:30:42: Das ist unglaublich, oder?
00:30:43: Also muss man sich mal überlegen.
00:30:46: Also haben dann weniger Östrogenen ... Was hat das für Konsequenzen jetzt körperlich?
00:30:50: Ja diese Östrogene sind fantastisch.
00:30:53: Die schützen unseren Körper.
00:30:56: Das ist eine ganz tolle Sache!
00:30:58: Sobald sie nachlassen, geht auch dieser Schutz weg und man merkt es daran dass Frauen in den Wechseljahren plötzlich keinen Herzschutz mehr haben.
00:31:07: Das heißt, plötzlich sind sie genau wie Männer von Herzinfarkt betroffen, von Bluthochdruck und anderen Herzerkrankungen.
00:31:14: Wo Sie vorher durch die Östrogene eigentlich geschützter waren?
00:31:18: Also das Herz von Frauen wird durch Östrogenen geschützt.
00:31:21: Und dieser Schutz lässt ziemlich drastisch nach.
00:31:24: oft schon zwei Jahre nach der Menopause ist dieser Schutz nicht mehr da.
00:31:28: D.h.,
00:31:29: Sie haben plötzlich das gleiche Risiko als Männern.
00:31:33: Ich finde, das ist toll, dass wir so einen Super-Schutz haben und der fällt dann weg.
00:31:39: Was auch wegfällt, ist der Schutz auf das gesamte Gewebe.
00:31:45: Das merkt man zum Beispiel daran, dass der Beckenboden schwächer wird, dass man plötzlich, wenn man niesen oder husten muss, vielleicht ein bisschen Urin verliert und denkt oh Gott was ist denn jetzt los?
00:31:55: Ja!
00:31:56: Das ist eine typische östrogenen Mangelsituation.
00:31:59: Gelenke auch, also ich hatte Gelenkschmerzen...
00:32:02: Das ist ganz deutlich.
00:32:03: Also, viele Frauen haben Gelenkschmerzen und denken dann ...
00:32:07: Ich hab mich beim Joggen verletzt.
00:32:09: oder was habe ich denn mit meinen Fingern gemacht?
00:32:11: Ja, dass sie denken, Sie kriegen eine Arthrose oder werden halt alt.
00:32:15: Und der Orthopäde sagt er weiß auch nicht.
00:32:19: Oder macht halt viel Diagnostik.
00:32:20: aber das ist ganz typisch, dass die Gelenke wehtun.
00:32:24: Auch die Knochen tun weh weil wir wissen, daß die Osteopyrose is ne Östrogenmangelerkrankung.
00:32:31: Also ohne Östrogene baut der Knochen sich deutlich schneller ab als auf.
00:32:36: Ohne Oestrogene verlieren wir an Eiweiß, ja?
00:32:38: An Proteinspeichern im Körper, an Muskeln und mit weniger Muskeln nehmen wir natürlich leicht dazu weil wir brauchen nicht mehr so viel Energie wie früher.
00:32:49: Und was auch noch ist das Gehirn verändert sich also die kognitive Leistungsfähigkeit wird geringer.
00:32:55: Wir brauchen das Oestrogen auch um wirklich im Kopf klar zu sein, gut denken zu können.
00:33:02: Man kann da viel kompensieren aber man muss das ehrlich so sagen ja das Gehirn wird schwächer.
00:33:08: Ist denn der Oestrogen-Kick in der Pubertät die bei Mädchen früher kommt auch eine Gründe weshalb sie so gut in der Schule sind?
00:33:15: Ja es könnte durchaus sein.
00:33:16: also das Oestrogen ist wunderbar fürs Gehirnen.
00:33:20: Wir sind gleich zurück.
00:33:22: Velo-Enthusiasten kommen bei Tvernbold ebenso auf Touren wie gemütliche Genussfahrer.
00:33:28: Auf verschiedenen E-Bike-Reisen kurven sie durch Europa und erleben Inseln, Berge und Landschaften auf die bequeme Tour.
00:33:36: Alle Strecken sind rekogniziert und kompetente Guides, Top-Meatbikes und der Begleitbus von Tvernbolt sind immer dabei!
00:33:53: muss man unbedingt ersetzen.
00:33:57: Und trotzdem ist es ja immer noch so, also in meinem Bekanntenkreis die Freundinnen, die ich habe... Die ganz große Frage, die mit der Menopause verhandelt wurde heute redet man ja Gottlog ein bisschen mehr darüber ist Ja, ich möchte das ohne Hormone oder soll ich doch Hormonen?
00:34:14: und diejenigen, die wirklich wahnsinnig gelitten hatten unter Hitzeballungen.
00:34:19: Das war ich zum Beispiel.
00:34:20: Die haben dann welche genommen und andere, die vielleicht ein bisschen weniger Symptome nehmen sie nicht.
00:34:25: aber eigentlich müsste man ja fast sagen, Hormon sind ein gutes Ding.
00:34:30: Es gab für ungefähr zwanzig Jahren eine große Studie, die untersucht hat welche Wirkungen Wechseljahrspreparate, also Hormonpräparate haben.
00:34:41: Und in dieser Studie kam dann heraus, dass man zwar einen Herzschutz hat und die Knochen besser werden, aber das man mehr Brustkrebsrisiko hat.
00:34:51: Und diese Studie ... Man hat später dann herausgefunden, dass sie erstens falsch interpretiert wurde und auch falsch diskutiert wurde, aber dann war es schon zu spät.
00:34:59: Die hat eigentlich die Realität stark verändert.
00:35:03: Davor haben Frauen relativ häufig tatsächlich Hormone genommen Und danach kam so eine Phase, wo man gesagt hat diese Hormone.
00:35:10: Die sind ja nur dafür da mich gefügig zu halten, mich kleinzumachen...
00:35:14: Also es waren auch noch feministische Impulse sozusagen?
00:35:17: Es gab auch einen gewissen feministischen Impuls der sagte das ist Fremdsteuerung und das lass ich mir nicht
00:35:22: machen.
00:35:22: Natürlichkeitsmythos!
00:35:23: Genau das ist nicht natürlich.
00:35:24: und jetzt siehst du ja was da passieren kann.
00:35:27: Das muss man immer im Kopf haben.
00:35:28: warum hat sich das so entwickelt?
00:35:31: und wenn man jetzt versucht ein klare Sicht darauf zu haben dann Muss man erstmal unterscheiden, nimmt man sie als Therapie.
00:35:40: Also gegen die Wechseljahresbeschwerden oder nimmt man Sie als ich ersetze meinen Oestrogenmangel über viele Jahre weil ich keinen Oestrogenmangel haben will?
00:35:49: Das sind schon mal zwei verschiedene Ansätze.
00:35:52: und wenn wir jetzt über die Therapie sprechen dann kann man sagen ja Da darf jede Frau tun, was sie will.
00:35:59: Das ist ja das, was ich vorher sagte.
00:36:00: Wir werden Gott sei Dank freier und dickköpfiger und dürfen auch über unser Leben mehr bestimmen.
00:36:06: Dann kann man sagen Ich kann mir das nicht vorstellen mit diesen Hormonen.
00:36:11: Ich mache das anders.
00:36:12: Es gibt Medikamente Das sind Neurokine gegen die Hitzewallungen, das kann man machen.
00:36:18: Es sind aber auch Medikamente, oder man versucht es mit alternativen Methoden und Stressbewältigung.
00:36:25: Es gibt verschiedene Methoden.
00:36:28: Oder man sagt nein ich nehme das was fehlt, was diese Symptome auslöst.
00:36:33: Ich nehme das Oestrogen für diese Zeit.
00:36:36: Und dann muss man unterscheiden Man hat früher Hormone gegeben, die aus dem Urin trächtiger Stuten gewonnen worden sind Und von denen weiß man, dass sie tatsächlich nicht ganz nebenwirkungsfrei sind.
00:36:49: Die würden wir heute eigentlich nicht
00:36:51: mehr geben.
00:36:51: Das wird auch heute nicht mehr... Doch
00:36:53: das wird noch viel verschrieben.
00:36:54: Echt?
00:36:55: Ja weil es einfach so lange üblich war und viele Präparate gibt es noch zu kaufen?
00:37:03: Das gibt das alles noch auf dem Markt.
00:37:04: Also
00:37:05: dann müsste man als Frau bei einem Gynäkologen sehr genau nachfragen, was ist das für ein Hormon ich möchte?
00:37:12: Ein bioidentisches Hormons glaube ich, oder?
00:37:14: Ja wir nehmen heute natürliche, also bioidentische Hormone.
00:37:18: die sind völlig synthetisch aber sie sind in dem Sinne trotzdem natürlicher als eigentlich natürlich aus dem Pferdeurin weil Sie nämlich den menschlichen, also dem weiblichen östrogen nachempfunden sind.
00:37:31: Also sie sind ein Armerpräparat sozusagen und die wirken auch wunderbar, die kann man auf die Haut tun
00:37:39: also die muss man nicht mal schlucken?
00:37:40: Die muss
00:37:41: man sich schlucken dann wird die Leber nicht belastet und die kann Man auch ein bisschen mehr oder weniger dosieren so wie das einem gut tut.
00:37:47: Das können Frauen ganz gut selber fühlen wie viel Sie brauchen Und Wir sollten darauf achten nur solche Hormone zu benutzen und Nicht diese altmodischen.
00:37:57: Dann hat man auch definitiv kein erhöhtes Risiko für Krebs, sondern sogar insgesamt ein reduziertes Risikofürkrebs.
00:38:04: Also dann ist dieses Argument überhaupt nicht mehr tragfähig.
00:38:09: Und das Zweite ist wenn da die Phase rum ist, kann man sagen gut nach zwei Jahren mache ich mal einen Versuch, ich höre mal auf ob ich es noch brauche und dann sagen die ersten Frauen schon ne eigentlich jetzt geht's.
00:38:19: Jetzt nehme ich das nicht mehr.
00:38:22: Dann gibt es aber durchaus ja noch die Idee könnte ich das nicht ersetzen, was mir da so viele Jahre fehlt.
00:38:28: Warum soll ich eigentlich mein Herz ... Nicht mehr schützen?
00:38:32: Und warum soll ich meine Knochen nicht mehr schützen und Muskelabbau
00:38:35: haben?".
00:38:37: Wenn man das so sieht... So sehe ich das!
00:38:40: Das merkt man vielleicht, wenn ich darüber spreche.
00:38:42: Wobei ich jede andere Meinung akzeptiere völlig klar.
00:38:46: Aber ich denke zum Beispiel auch, wenn wir Schildtrüsenhormonmangel haben würden wir auch nicht auf die Idee kommen, kein Schildtrüsenhormon zu nehmen.
00:38:53: Mal gucken ob ich jetzt besser damit klarkomme?
00:38:55: Ja also wir sind ja eigentlich sonst auch bereit Dinge im Körper die fehlen zu ersetzen.
00:39:01: und in dem Wissen das ich gerne hundert werden möchte und jetzt noch immer noch vierzig Jahre vor mir habe würde ich die lieber in einem guten östrogenen Zustand verbringen.
00:39:12: und wenn man das denkt dann nimmt man sie einfach weiter
00:39:15: Und das hat keinen.
00:39:17: Das ist kein Problem, da kann man nicht überdosieren.
00:39:20: Ja, man kann alles überdosiert werden.
00:39:22: Man nimmt immer die niedrigste Dosis, die gerade noch gut ist.
00:39:25: Dafür bräuchte man vielleicht schon jemanden der ein bisschen unterstützt eine Ärztin oder Arzt, der ein wenig Ahnung davon hat und sagt ja das ist so aber es sind die üblichen Dosierungen, die auch auf den Packungen stehen.
00:39:36: also so ist jetzt auch nicht wirklich Rocket Science.
00:39:40: Und ja das kann man so lange nehmen wie man möchte.
00:39:42: So aus meiner Erfahrung hören die meisten Frauen in den Achtzigern auf.
00:39:48: Irgendwie, weil sie es einfach müde sind.
00:39:50: Es ist dann so ... Das ist noch mal wie eine andere Periode im Leben, wo viele sagen, ich will das jetzt nicht mehr.
00:39:56: Bei meiner Mutter war das
00:39:56: z.B.,
00:39:57: die hat mit Achtzi, als sie Achtzig wurde, hat sie gesagt du jetzt?
00:40:00: Ich glaub', ich hör' jetzt auf!
00:40:01: Und hat man dann nochmals beschwerten?
00:40:04: Nein gar nicht.
00:40:05: Also dann spürt der Körper nichts mehr?
00:40:07: Nein, man merkt eigentlich nichts mehr.
00:40:09: Das ist ganz erstaunlich.
00:40:10: Man kriegt nochmal kurz Man spürt natürlich die Änderung zum Oestrogen,
00:40:15: aber der Körper ist ruhiger.
00:40:16: Also man kriegt noch mal ein bisschen Hitzewahlungen oder so?
00:40:18: Nein!
00:40:19: Das kriegt man nicht mehr... Ja und es gibt dabei einen Punkt den muss man erwähnen, man muss früh genug anfangen.
00:40:28: Es gibt zwar
00:40:29: ein Fenster
00:40:31: und
00:40:31: das kann man verpassen und das tut manchen dann auch ein bisschen leid.
00:40:35: also wir sagen nach der Menopause maximal zehn Jahre ich glaube es ist sogar ein bisschen kürzer Dann ist zu spät.
00:40:44: Der Körper hat sich dann so auf diesen Hormonmangel eingerichtet und sich umgestellt, dass das zusätzliche Hormone tatsächlich Nebenwirkungen machen kann, die nicht angenehm sind.
00:40:55: Man weiß, dass der Herzschutz nicht mehr hergestellt werden kann.
00:40:59: Auch die Knochen werden nicht besser.
00:41:02: Also man hat keinen Nutzen mehr, sondern vielleicht sogar Schaden.
00:41:06: Wenn man das machen möchte, müsste man sich entscheiden ... wenn die Periode aufhört, am besten dann vielleicht sogar so ein bisschen vorher.
00:41:16: Aber nicht zu lange warten.
00:41:19: Was ist Ihre Erfahrung?
00:41:20: oder wie unterrichtet man jetzt die jungen Gynäkologinnen und Gynädologen in Bezug auf diese Hormone?
00:41:26: Hat sich da einen Umdenken auch jetzt in der Ausbildung etabliert?
00:41:30: Oder wie ist das genau?
00:41:33: Ich unterreichte jetzt nicht viel Gynökologie an der Universität.
00:41:37: ich denke ja... Allerdings, wenn ich dann überlege was meine Studentinnen wissen.
00:41:41: Wenn ich sie in den Gender-Kursen sehe über Frauengesundheit ist das wenig und Sie sind sehr interessiert.
00:41:48: Also sie bitten oft darum dass sie mehr darüber lernen dürften.
00:41:51: also schließe ich daraus dass es noch nicht optimal ist.
00:41:55: Auf der anderen Seite muss ich auch sagen, wir lernen viel zu wenig über Männergesundheit.
00:41:58: Das ist ja ein Thema, das völlig vernachlässigt ist.
00:42:01: Also es gibt eine Form von Wechseljahren sozusagen, die einfach viel weniger stark sind?
00:42:07: Ja, Männer haben durchaus ... Wir reden ja heute über Frauen und Wechseljahre, aber auch bei den Männern gibt es unglaublich viel wo sie vernachlässigt werden.
00:42:18: Auch in der Gesundheitsversorgung, wo Sie selber wirklich blinde Flecken haben, wo man viel tun könnte.
00:42:24: Und wo auch da ist nicht die Urologie der einzige Arzt?
00:42:28: Auch da bräuchten wir viel mehr Ärzte, die sagen doch ich kenne mich auch mit Männergesundheit aus.
00:42:33: Also gendermedizin ist ja eigentlich keine Frauen ... das kann frauenspezifischer Blick sondern es ist ein Blick sozusagen auf die Unterschiede der Geschlechter?
00:42:42: Ich glaube es ist der Blick darauf dass wir sagen wir möchten für jeden Menschen die richtige Medizin und zwar egal mit welchem Geschlecht er geboren ist, egal ob er dick oder dünn isst ,egal ob er alt oder jung.
00:42:53: iess soll für jeden das Beste sein was er bekommen kann.
00:42:58: Und das geht nur, wenn man berücksichtigt, welchen Menschen man davor sich hat.
00:43:02: Ist es eine Frau?
00:43:03: Ist ist ein Mann und man muss sehr viel wissen über eben auch wie funktioniert es biologisch aber auch wie funktionierte sozial.
00:43:11: ja was habe ich für ein Bayes in mir selber?
00:43:14: reagiere ich den adäquat oder reagiere ich jetzt nicht adäquat, sag' ich zum Mann.
00:43:19: Der mit Traurigkeit oder der mit Aggression oder der einfach mehr unglücklich in die Sprechstürm kommt und sagt ach komm erholt dich mal ein bisschen dann wird's schon wieder?
00:43:28: Oder ob ich sage du pass auf Männer mit fünfzig haben großes Risiko eine Depression zu entwickeln.
00:43:33: vielleicht bist du einer von denen.
00:43:35: auch das muss man ja als Arzt- oder Ärztin lernen.
00:43:39: Und ich glaube schon dass wir jetzt ne Generation haben die vielmehr weiß als ich wusste.
00:43:46: Subjektiv denken Sie, sie wissen noch zu wenig und ich glaube rein objektiv wissen sie noch zu wenige.
00:43:53: Gut, ich meine, dass man subjektiv das Gefühl hat, man wisse zu wenig ist ja gut, dass das vielleicht ein Objektiv sich mal ändern könnte.
00:44:01: Jetzt gibt es... jetzt haben die Wechseljahre auch eine ganz konkrete soziale Konsequenz?
00:44:08: Und zwar ist es so eben, das habe ich am Anfang gesagt, Helvetia.
00:44:12: Unsere Schweiz ist eigentlich in den Wechseljahren also die größten Jahrgänge von Frauen, die befinden sich genau in diesem Alter und es gibt auch Umfragen noch nicht in der Schweiz.
00:44:23: Die werden aber jetzt gemacht.
00:44:25: Da gibt es ein Nationalfondsprojekt, dass jetzt das anguckt weil man gleichzeitig weiß wir brauchen diese Frauen mit dem demografischen Wandel.
00:44:33: Es gibt Fachkräftemangel.
00:44:34: Wir brauchen diese Frau im Büro und britische und deutsche Studien sagen, dass ninety-vier Prozent der Frauen sagen, das sie im Büro an ihre Grenzen kommen in diesen Wechseljahren.
00:44:47: Und gar zwanzig Prozent wirklich aufhören zu arbeiten oder das Pensum massiv reduzieren.
00:44:53: Und da haben wir natürlich auch ein Problem, dass man irgendwie in der Gesellschaft ... das fängt jetzt langsam an.
00:44:59: Aber da wurde ja überhaupt nichts geredet.
00:45:01: Also, man hat so Discrete weggeschaut, wenn eine Frau mal eine Wallung hatte.
00:45:06: Aber sonst ... Sie darauf angesprochen oder so?
00:45:08: Das war Tabu!
00:45:10: Oder ist eigentlich immer noch
00:45:12: Tabu?!
00:45:13: Ja... Wir sind ja noch nicht so lange soweit, dass Frauen überhaupt dieselben Berufe im selben Umfang haben können wie Männer.
00:45:22: Ich würde auch sagen Nein wir sind immer noch nicht da!
00:45:24: Wir haben immer noch Unterschiede bei der Bezahlung.
00:45:27: und jetzt kommen wir an einen Punkt.
00:45:28: Ja Es gibt hier diesen Spruch ab fünfzig als Frau eine neue Stelle zu finden ist ganz schwierig Und das ist es.
00:45:38: Ist es.
00:45:39: für Männer wird's auch schwierig?
00:45:41: Aber vielleicht ein bisschen später.
00:45:43: Für Männern kommt es vielleicht fünf Jahre später, für Frauen kommt es schon früher.
00:45:47: und warum ist das so?
00:45:49: Das hat natürlich objektive Gründe.
00:45:50: sie sind brauchen ein bisschen mehr Lohn Sie haben mehr Lohnebenkosten solche Dinge.
00:45:55: aber Es kommt auch.
00:45:56: sie sind häufiger krank Sie fallen häufiger aus weil sich um andere Leute kümmern müssen Und sie sind in den Wechseljahren.
00:46:07: Sie sind schwierig und Frauen in der Arbeitswelt, die älter werden haben oft den Ruf, sie wären zickig, sie sind schwierig.
00:46:14: Sie wollen immer diskutieren ... Das hat so ganz viele soziale Konstrukte, die wir da bauen.
00:46:21: Ganz im Ernst sind die meisten Frauen einfach normale Frauen auch wenn sie fünftig sind.
00:46:28: Bei Männern wird das nicht so thematisiert.
00:46:30: Jetzt muss man wieder sehen Wo haben wir Unterschiede in der Biologie und wo haben wir unterschieden im sozialen Blick?
00:46:38: Und natürlich durch die Wechseljahre.
00:46:41: Da spielt nicht mal so eine Rolle, ob man jetzt Hormone nehmen mag oder nicht.
00:46:45: Weil ... Natürlich verändert man sich in dieser Zeit.
00:46:49: Es ist ja auch schön, dass man diese Chance hat, sich da noch zu verändern und neu auszurichten.
00:46:54: Aber diese Haltung, die weggeht von ich muss allen gefallen, jetzt schau' ich mal was wirklich richtig für mich is'.
00:47:02: Die stößt natürlich nicht auf wahnsinnig viel Gegenliebe immer.
00:47:06: Und dazu kommt, wir sind tatsächlich nicht mehr so stabil leistungsfähig.
00:47:12: Das heißt nicht dass ich meine das dass wir insgesamt nicht so leistungspfähig sind aber es schwankt.
00:47:18: also viele Frauen in den Wechseljahren sagen sie haben so brain fog d.h.
00:47:21: das Gehirn funktioniert nicht so Sie können sich nicht so gut konzentrieren.
00:47:26: Sie haben das Gefühl, sie kommen mit dem Tempo nicht mehr mit.
00:47:29: Manche sagen auch, sie fühlen sich total angestrengt wenn Räume voll sind Wenn zu viele stimmen und es zu laut wird.
00:47:36: Und dass ist nicht weil sie verrückt werden Das sind Wechseljahre.
00:47:40: Also das ist ganz normale Biologie.
00:47:42: Das hat auch mit diesem Hormonabfall zu tun, ich kann mich erinnern als ich am stillen war meiner ersten Tochter da konnte ich echten Zeitungsartikel nicht mehr durchlesen.
00:47:51: also da war ich irgendwie.
00:47:52: meine Konzentrationsfähigkeit war wirklich... Wäre das das auch genau?
00:47:57: Können die Frauen überhaupt nichts dafür?
00:47:59: Die sind nicht blöder oder sehr oder weniger leistungsbereit sondern sie haben einfach wirklich ein physiologisches Problem.
00:48:07: Ja das ist reine Biologie.
00:48:09: Also das ist nicht, dass jemand sich nicht anstrengen mag oder... Aber dazu kommt der soziale Konstrukt.
00:48:14: Dass die Interpretation so ist.
00:48:16: Bordi is schwierig!
00:48:17: Die will ja gar nicht so richtig.
00:48:19: Warum reißt immer das Fenster auf und immer gibt's Streit?
00:48:22: Und beides zusammen ist eine ganz schwierige Konstellation.
00:48:25: Jetzt kommt noch als drittes dazu ne demografische Notwendigkeit.
00:48:30: Blödslich fällt allen ein, dass es schön wäre wenn die Frauen arbeiten würden nachdem man sie jahrelang nicht wollte.
00:48:36: Das gefällt mir ehrlicherweise gar nicht gut, weil so es tönt ein bisschen nach
00:48:42: Lückenbüßer.
00:48:43: Und das verletzt mein feministisches Herz her!
00:48:46: Gleichwohl macht das natürlich Sinn darüber nachzudenken und ich glaube es kann nur gelingen dass Frauen Freude haben an beruflicher Tätigkeit wenn wir alle lernen dass man nicht verlangen muss dass jeder zu jeder Zeit gleich gut funktioniert.
00:49:03: Dieses Funktionieren ist ja für uns so eine Art Credo, man muss funktionieren.
00:49:08: Das ist sehr wichtig und ich glaube wir müssen lernen zu akzeptieren dass Frauen über ihr gesamtes Leben nicht immer gleich funktionieren.
00:49:16: sie funktionieren wunderbar aber nicht immergleich und nicht immer auf dem Niveau das von außen jetzt vielleicht gerade akzeptabel scheint.
00:49:24: Und Ich denke Wir MüsSen Unser Denken So Umstellen Dass wir Akzeptieren dass Frauen verschiedene Phasen im Leben haben, wo sie nicht immer gleich funktionieren.
00:49:33: Und wenn die Firmen in denen wir arbeiten das nicht verstehen dann wird es nicht funktionieren.
00:49:40: Also bei den Männern, also die haben dann Wehrpflicht.
00:49:42: Die gehen wieder ins Militär und das wird ja so selbstverständlich eingebaut obwohl das dann meistens längere Abwesenheiten sein können wenn ein Mann weitermacht noch viel längere.
00:49:54: was man auch beobachten kann was man wahrscheinlich weiß ist dass Männer sich jetzt vom Sport zum Beispiel verletzen oder sich nicht so gut schauen und dann häufiger zum Arzt müssen Im Arbeitsleben viel weniger Thema als
00:50:10: Frauen.
00:50:11: Das wird akzeptiert und bei Frauen ist es dann ein Via?
00:50:15: Ja, Männerabwesenheiten werden anders toleriert.
00:50:17: ja ich glaube wir würden einfach guteren Ton zu sagen ja wer wissen dass das eine Phase ist wo es einfach mal schwierig ist.
00:50:28: das heißt nicht dass man nichts fordern darf oder dass man auch nicht darüber sprechen
00:50:32: darf.
00:50:33: Aber wenn es überhaupt nicht klar ist, dann wird diese schwankende Funktionalität als Probleme gesehen und als Problem der einzelnen Frau gesehen.
00:50:42: Jetzt gibt es ja auch Diskussionen, dass man sozusagen irgendwie Freitage für die Menstruation bekommen soll oder so?
00:50:50: finde das keine gute Idee, weil ich ... Das Gefühl habe da wird wieder so ein Stigma daraus.
00:50:57: Man muss die Frau nicht sonder schonen, dass man sollte sie einfach akzeptieren wie sie funktioniert.
00:51:02: und wie sehen Sie das?
00:51:03: Ich mag das gar nicht!
00:51:05: Also das ist für mich ein ganz falsches Signal.
00:51:09: Es ist einmal heißt es ja, die Menstruation ist sowas Schlimmes Dass man nicht mehr arbeiten kann.
00:51:13: Das hatte ich ja vorher
00:51:15: schon gesagt.
00:51:15: Genau, es sollte eigentlich nicht so sein.
00:51:17: Es ist nichts
00:51:17: Schlimmes.
00:51:17: wenn sie so ist muss man schauen wo das Problem ist.
00:51:21: und es darf auch nicht den Eindruck entstehen man muss jetzt Frauen... Man muss um sie herum tanzen wie auf Eierschalen sondern man braucht eine vernünftige und realistische Art damit umzugehen.
00:51:33: und es kann sein dass sie sagt oh kann ich mich einfach... Ich muss mich jetzt mal einfach ne Stunde hinlegen Und dann ist das in Ordnung?
00:51:39: Dann legt sie sich eine Stunde hin!
00:51:40: Das muss einfach möglich sein.
00:51:41: Wenn man sagt, nein das ist in unseren Abläufen in der Firma so nicht möglich dann muss man sich was überlegen sonst wird man diese Frauen verlieren.
00:51:49: Ich glaube das braucht im ganzen Arbeitsprozessen umdenken.
00:51:53: aber es darf nicht sein dass schonen, dass man das jetzt auf Tagesbasis macht ja ich meine keiner frauen den Wechseljahren hilft es wenn sie einen Tag am Montag
00:52:03: frei hat bitte alle Hitzeballer mehr auf Montag verschieben
00:52:07: sondern dass man ihr einfach zugesteht dass sie unterschiedlich gut funktioniert in der Zeit.
00:52:12: Und vielleicht auch das mit Humor sieht, ja?
00:52:16: Auch selber vielleicht, dass man da selber auch ein bisschen mit Humore sieht und sagt so ich steige jetzt mal gerade für eine halbe Stunde aus dann komme ich wieder Ja und das aber alle sagen ist okay die Leute gehen auch mal eine Zigarette rauchen.
00:52:28: nicht dass ich das gut finde.
00:52:29: Aber das wird ja auch akzeptiert dass man mal rausgeht oder.
00:52:32: und dann muss man auch nicht ausstempeln in der zeit ja sondern darf einfach mal sich vielleicht eine halbe Stunde zurückziehen und ja es ist immer die Gefahr, dass das jemand missbraucht.
00:52:44: Das kann sein dann muss man hat Lösungen finden.
00:52:46: Genau.
00:52:46: Das ist aber bei allen anderen Themen auch so.
00:52:50: Ja super!
00:52:51: Dann kommen wir jetzt auf den Werkzeugkoffer.
00:52:54: Die erste Frage, die ich da hatte wie lange kann Frau Hormone nehmen.
00:52:59: Wie hast du schon beantwortet, nämlich solange sie eigentlich
00:53:03: möchte?
00:53:04: Und wenn Sie
00:53:05: es wirklich nur für die Symptome oder gegen die Symtome nehmen möchten, dann kann man nach einem Jahr mal einen Auslassversuch machen oder nach zwei.
00:53:12: Hormones sind aber nicht wie eine Kopfschmerztablette.
00:53:15: Die brauchen drei Monate bis sich der Körper eingestellt hat und es dauert auch eine Weile, bis man sich wieder entwöhnt hat.
00:53:22: also Es ist jetzt drei Monate nehmen und dann gleich wieder aufhören.
00:53:25: Das bringt nichts.
00:53:27: So, wir denken da eher im Jahres- ... in Jahresetappen okay?
00:53:32: Dann wenn jetzt eine Frau heute mit, sagen wir mal, zweiundvierzig merkt irgendwie geht's mir nicht mehr so gut irgendwas stimmt nicht.
00:53:40: was rätst du ihr was sie tun sollte?
00:53:43: also es ist schon wunderbar wenn Sie ein Arzt hat oder eine Ärztin hat die sie da betreut.
00:53:50: Ich sag deswegen, es wäre wunderbar weil ich weiß dass wir viel zu wenige davon haben.
00:53:54: Die Wartezeiten sind lange aber wenn man ganz gezielt auch sucht in den sozialen Netzwerken im Internet gibt es wirklich gute Seiten die einem auch gute Infos geben.
00:54:05: wichtig ist das man nicht denkt mit allem was nicht in Ordnung.
00:54:09: Ich glaube, das ist das Allerwichtigste.
00:54:11: Dass man sich nicht anfängt selbst zur Kastein und zu sagen ich funktioniere nicht mehr was es mit mir nicht in Ordnung sondern dass man proaktiv wirklich hingeht und sagt Und jetzt schaue ich was ich tun kann weil ich glaube Das ist das größte Problem.
00:54:24: man redet nicht darüber Man zweifelt an sich man wird unsicher und das nimmt einem die Fähigkeit selber auch etwas zu verändern.
00:54:32: Aber wie gesagt wenn wenn man einen gute Ärztchen guten Arzt hat ist das sicherlich eine schöne Anlaufadresse.
00:54:38: ja Yoga oder Joggen?
00:54:43: Also, wenn man so sagen müsste was sollten Frauen in den Wechseljahren tun.
00:54:49: Ich lache deswegen weil ich jogge sehr viel.
00:54:52: das ist aber nichts was ich empfehle weil es nicht gut.
00:54:54: also Ausdauertraining ist für die wechseljahre nicht der ideale sport sondern eher Krafttraining.
00:55:01: wir verlieren ja an muskeln und wir müssen alles tun um die Knochen und Muskeln zu schützen.
00:55:06: Zweimal die Woche schwere Gewichte heben, ist deutlich besser als joggen gehen.
00:55:12: Aber joggen ist nicht schlecht.
00:55:13: aber vielleicht reicht auch spazieren gehen.
00:55:16: man sagt so drei Stunden in der Woche so dass man leicht ins Schwitzen gerät.
00:55:21: das ist der richtige Ausdauersport.
00:55:23: wer joggen will chockt halt.
00:55:24: also Krafttraining und ein bisschen ausdauer
00:55:26: Ganz genau.
00:55:27: Und Yoga ist fantastisch, weil es einfach den Stresslevel senkt und wir haben alle in den Wechseljahren zu hohen Stresslevel einmal von außen aber auch von innen.
00:55:38: durch den Östrogenmangel geht das Cortison hoch dadurch wird der Stress mehr und es tut gut dieses beruhigende System des Nervensystems im Körper zu beruhigen und das geht mit Yoga sehr gut.
00:55:50: Wunderbar!
00:55:51: Die meisten Frauen fürchten sich ja auch vor der Gewichtszunahme, also von dem Fettumbau.
00:55:57: Vor der Gewichtszunahmen heißt es nun ganz halbgesagt, frisst die Hälfte?
00:56:01: Ja das tun ja viele und das hat ja früher auch gut geholfen.
00:56:06: Das wirkt in den Wechseljahren oft gar nicht gut.
00:56:08: Das hat einmal damit zu tun man schläft weniger.
00:56:12: Dadurch kann der Körper weniger fett verbrennen.
00:56:15: nachts Also wenig Schlafen hilft immer ganz toll beim zunehmen.
00:56:20: Aber das ist natürlich nichts, was man einfach so steuern kann.
00:56:24: Das Nächste ist es wenn die Muskeln sich abbauen durch den Oestrogenmangel wird.
00:56:29: ohnehin werden weniger Kalorien verbrannt.
00:56:31: Das heißt man nimmt automatisch obwohl man das gleiche ist zu und man bemerkt dass das Gewicht auch am Bauch mehr zunimmt als am Po.
00:56:40: Das ist typischer Oestrogenmangel-Effekt.
00:56:42: wir kriegen mehr männliche Fettverteilungsmuster.
00:56:44: Das findet keiner lustig.
00:56:47: Die Hälfte essen macht aber noch mehr Muskelabbau und nimmt dem Körper die Energie, die er braucht.
00:56:53: Und auch im Intervallfasten ist für junge Männer fantastisch wenn sie das wollen – für Frauen in den Wechseljahren ein Disaster!
00:57:01: Weil der Körper noch mehr in den Energiemangel und noch mehr an den Stress kommt und eher noch mehr zunimmt.
00:57:07: Das heißt man sollte eher proteinreich essen?
00:57:10: regelmäßig essen.
00:57:12: Also das Regelmässig heißt dreimal oder fünftmal?
00:57:15: Dreiviermal
00:57:16: am Tag, so wie es einem
00:57:17: halt gut bekommt.
00:57:18: Dann vielleicht kleinere Portionen?
00:57:20: Die
00:57:20: Portion kann man sicherlich ein bisschen kleiner machen aber man muss darauf achten dass man genügend Proteine ist und die meisten Frauen haben da noch ein bisschen Mangel.
00:57:29: Das heißt nicht, dass man allwas Pulver essen muss, aber Hülsenfrüchte oder Fisch oder Milchprodukte.
00:57:35: Und wenn man vegetarisch ist, muss man eben schauen.
00:57:38: Dann kommt man damit gut klar.
00:57:39: Wenn man vegan ist, dann muss man noch mehr auf Fülsenfrüchte ausweichen.
00:57:43: Da gibt es immer ganz gute Möglichkeiten aber wichtig ist regelmäßig und keine Radikalkuren.
00:57:50: von denen erholt sich der Körper wirklich nur noch schwer.
00:57:54: Also was früher funktioniert hat um noch schnell die Bikinifigur, die berühmte zu bekommen funktioniert nicht mehr?
00:57:59: Nein
00:57:59: das funktioniert immer schlechter.
00:58:03: Jetzt liest man seit kurzem ja auch das Testosteron.
00:58:06: Die Wunderdroge ist, die man auch Frauen in Wechseljahren empfiehlt weil es dann ... wie fühlt man sich selbst bewusst und irgendwie endlich kann man mal sagen was Sache ist?
00:58:17: Wie sehen Sie das?
00:58:18: Ist das eine Modeerscheinung?
00:58:20: Also es ist einer der Versuche halt möglichst lange gut zu leben.
00:58:24: Also, ich bin kein Fan von Testosteroneinnahme gar nicht.
00:58:28: Wenn man ein bisschen sorge ... Es gibt Frauen, deren Testosteronspiegel so stark sinkt dass sie wirklich leiden also das sie gar keine Libidome spüren, dass sie sich wirklich schwach fühlen und man kann das im Einzelfall sicherlich versuchen dann aber nur mit einer guten ärztlichen Betreuung weil das hat schon auch noch unangenehme Nebenwirkungen ist es sicher nichts auf Dauer Und ich persönlich bin kein Freund davon.
00:58:55: Ich denke, den meisten Frauen und das mögen sicherlich über ninety-fünf Prozent sein würden die weiblichen Hormone ausreichen und Testosteron und Oestrogen können sich auch ineinander umbauen.
00:59:09: insofern glaube ich kann man meistens auf die Testosterongabe verzichten.
00:59:15: aber wie gesagt ist meine persönliche Meinung das möge manche andere sehen
00:59:21: Braucht es extra Medikamente gegen Schlafstörungen oder Gelenkschmerzen?
00:59:25: Also selbst wenn man Hormone nimmt, wenn man da jetzt ganz starke Probleme hat.
00:59:30: Selten sind die Gelenkschmerzen so schwer dass man tatsächlich Schmerzmittel braucht.
00:59:36: Wenn dann kann man das sicherlich mal für eine kurze Zeit machen.
00:59:38: ja meistens reichen aber die Hormon schon.
00:59:42: bei den Schlaf Störungen ist es schon so.
00:59:44: das dauert lange bis bis da die Hromone wirken.
00:59:48: Da kann man auch mal Präparate zusätzlich nehmen, die es speziell für Schlafstörungen in den Wechseljahren gibt.
00:59:55: Man kann es mit Melatonin versuchen – das reicht aber bei vielen Frauen auch nicht.
00:59:59: Es gibt aber schon Dinge zur Schlafhygiene, die man tun kann.
01:00:03: Nicht direkt vor dem Schlafen essen oder die blauen Bildschirme ausschalten und vielleicht wirklich nicht mehr rennen sondern eher Yoga machen vor dem schlafen.
01:00:11: Aber es ist auch so, dass tatsächlich ... Der Schlaf ändert sich bei allen Menschen mit dem Älterwerden.
01:00:17: Wir brauchen ein bisschen weniger, es braucht eine leichte Umstellung und auch da gilt das was mit achtundzwanzig ging.
01:00:25: ja dass man irgendwie noch drei Glas Wein getrunken hat nach einer wilden Party dann ins Bett gefallen und bis zum nächsten Morgen geschlafen hatte.
01:00:31: Das
01:00:31: funktioniert nicht mehr.
01:00:32: Funktioniert
01:00:32: wahrscheinlich nicht mehr
01:00:34: Und Kater sind ganz ganz furchtbar oder?
01:00:36: Ja
01:00:37: Man wird man wirklich bestraft.
01:00:39: Ja, also sagen wir mal Alkohol und Party ist meistens mit mit fifty-fünfzig nicht mehr der Garant für eine gute Nacht.
01:00:47: Schmerzen beim Sex, also trockene Vagina?
01:00:50: Ist das auch ein Hormon?
01:00:51: Also es geht auch mit den Hormonen vorbei oder braucht's da noch extra
01:00:54: ... Also Östrogenmangel macht alles im Körper trocken, die Augen.
01:00:59: Deswegen kriegt man trockene Augen.
01:01:01: Man sieht oft schlechter.
01:01:02: Dann macht es in den Ohren alles trocken und dann kriegen die Frauen Schwindel oder Tinnitus.
01:01:08: Es kann das Zahnfleisch trockener machen, dann kriegt zahnfleisbluten.
01:01:11: Es macht die ganze Haut trockner, deswegen kriegt er Falten.
01:01:15: Alles wird trockend.
01:01:16: Und es wäre ein Wunder wenn jetzt gerade die Scheide ... oder die Vulva, die natürlich voll mit östrogenen Rezeptoren ist nicht trocken werden würde.
01:01:24: Auch die Hahnröhre wird trocken und die Blase wird trockend.
01:01:26: das führt zu der Inkontinent.
01:01:29: Und was man da zusätzlich tun kann es gibt lokal wirksame Östrogene Das sind die Estriole.
01:01:34: Die gibt es als Salbe Und die helfen wirklich extrem gut bei Scheidendrockenheit.
01:01:41: Da helfen nicht mehr diese Kleidgills, die man vielleicht früher mal genommen hat.
01:01:45: Das müssen wirklich östrogensalben sein und die helfen.
01:01:48: dann baut sich das Gewebe wieder auf.
01:01:51: Besser ist man nimmt sie so früh dass es sich gar nicht abbaut.
01:01:54: aber das kriegt man wieder hin und dann wird auch diese leichte frühe Inkontinenz besser
01:02:00: Okay.
01:02:00: Ja, also das hilft vielen Frauen ganz enorm gut und da helfen oft die Salben oder Tabletten nicht so gut.
01:02:08: Das müsste man eher zusätzlich machen.
01:02:11: Dann die letzte Frage Können Sie uns einen Fehler verraten wenn sie selbst in dieser Zeit gemacht haben?
01:02:18: Und dann noch einen kleinen Privat-Tipp Also den Sie jetzt vielleicht nicht als Ärztin sagen sondern irgendwie als Privatperson.
01:02:29: Ich glaube ich kann sagen Also an Fehlern war mein Leben nicht arm.
01:02:33: Ich hab wahrscheinlich ziemlich alle Fehler gemacht, die man so machen kann.
01:02:39: Ich bin in diese Wechseljahre gesportet und habe gedacht ich darf auf keinen Fall nachlassen.
01:02:44: Ich muss genauso leistungsfähig sein.
01:02:47: Muss genauso schön sein, muss genauso sportlich sein, ich muss im Job so gut sein bis ich denn irgendwann da saß und dachte ich kann nicht mehr.
01:02:56: Bin einfach völlig erschöpft und ich kann Und das ist auch der Tipp.
01:03:01: Ich würde wirklich empfehlen, das ernst zu nehmen dieses ... und wenn es in den Vierzigern schon losgeht, dieses.
01:03:08: ich bin nicht mehr so kräftig, dass man das wirklich ernst nimmt und nicht immer versucht dagegen anzukämpfen und sich weiter nur als funktionierender Mensch zu betrachten sondern auch mal diese Phase als Möglichkeit zu nehmen, mal zu schauen was eigentlich Sache ist und was wirklich wichtig ist.
01:03:29: Ich denke, wenn man die Wechseljahre als Chance betrachtet in dem Sinne dass man sagt okay der wechsel kommt ich kann sowieso nichts dagegen tun weil mein körper erzwingt den das man sagt ok aber dann mache ich was draus und zwar nicht dass sich versuche dagegen zu kämpfen sondern dass ich eher versuche mitzuschwingen und irgendwie wie so wenn man in zum fluss mit schwimmen zu sagen okay jetzt kommt ein neuer stein jetzt schaue ich mal wie ich um den rum komme und nicht immer Ich versuche diesen Stein zu spalten, so wie ich das immer gemacht habe.
01:04:02: Also mich hat das schon manchmal in Phasen der Erschöpfung gebracht, wo ich heute sage, dass hätte ich mir sparen können und es waren nicht nur kleine Fehler also... Es ist mir auch passiert.
01:04:14: aber viele Ehen gehen in der Zeit kaputt weil man einfach sagt, ich muss weiter so funktionieren wie ich es immer gemacht hab, weil man den anderen auch nicht mehr mitnimmt ja?
01:04:23: Und irgendwann auch nicht lernt darüber zu sprechen auf eine richtige Art wenn man dann aus dem Fach kommt, immer noch das Problem und spricht darüber.
01:04:32: Aber nie über sich selber.
01:04:33: Genau!
01:04:33: Das ist immer die Frau oder?
01:04:35: Man kann ganz Tipps geben aber für sich selber gelten sie ja nicht.
01:04:40: Und das musste ich schon relativ bitter lernen dass was für mich auch gilt und heute muss ich sagen das ist wirklich das Wichtigste und auch sich nicht beeinflussen zu lassen was dem was andere sagen und wenn alle Freundinnen sagen du das ist doch nicht natürlich das macht man nicht aber man fühlt sich nicht wohl Ja, da macht man's halt heimlich und nimmt die Hormone halt, wenn man selber will.
01:05:01: Und wenn man nicht will, dann nimmt man sie nicht.
01:05:04: Aber ich glaube es ist für uns alle wichtig nach innen zu schauen und zu sagen was möchte ich?
01:05:08: Nicht was möchten meine Freundinnen, was möcht mein Ehemann, was möchte das Umfeld, was will meinen Arbeitgeber Was möchten die Kinder?
01:05:15: Sondern noch einmal die Chance ergreifen und sagen soll Ich definiere mich jetzt nochmal selber.
01:05:20: Ein wunderbares Schlusswort.
01:05:22: ganz herzlichen Dank Tanja Vollen für diese Aufklärungslektion, Nachhilfestunde und überhaupt für das inspirierende Gespräch.
01:05:31: Ganz herzlichen Dank!
01:05:32: Ich danke Ihnen vor Alltags, Merci!
01:05:37: Auch Ihnen liebe Zuhörerinnen und Zuhöre danke ich herzlich und ich würde mich freuen wenn Sie den Podcast positiv bewerten.
01:05:45: Als kleine Motivation dafür schenken wir Ihnen einen Rabatt von dreißig Prozent auf ein Abo der NZZ am Sonntag.
01:05:52: Das Angebot finden sie auf
01:05:53: go.nzz.ch
01:05:58: Für alle, die weiter denken
01:05:59: und besser
01:06:00: leben wollen.
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